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Abstract

Landwirte wechseln oft nicht von ihrer Hausbank zu einer anderen Bank, auch wenn diese bessere Konditionen bietet. Diese „Wechselträgheit“ kann zum einen in den Transaktionskosten des Wechsels begründet sein. Zum anderen kann sie aber auch das Ergebnis begrenzt rationalen Entscheidungsverhaltens sein. Die Analyse der Befragungsergebnisse einer Gruppe norddeutscher Landwirte zeigt, dass diese tatsächlich begrenzt rational sind. Sie unterschätzen den geldwerten Nachteil, der ihnen durch höhere Darlehenszinsen der Hausbank entsteht. Anders ausgedrückt: Sie wechseln nicht die Bank, auch wenn die von ihnen subjektiv wahrgenommenen Wechselkosten schon längst durch den geringeren Effektivzins eines Alternativangebotes „gedeckt“ sind. Damit lässt sich schlussfolgern, dass Landwirte ihre Entscheidungen besser an ihren jeweiligen Präferenzen ausrichten können, wenn sie durch Anwendung finanzmathematischer Kenntnisse den ökonomischen Vor- oder Nachteil verschiedener Finanzierungsangebote zutreffender einschätzen. Banken, die mit objektiv günstigeren Konditionen werben, sollten ihr Marketingkonzept dahingehend anpassen, dass sie neben dem Effektivzinsvorteil auch den absoluten Kostenvorteil kommunizieren.

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