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Abstract

Im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, die Quotenregelung für den Zuckersektor nach Ende des Wirtschaftsjahres 2014/15 auslaufen zu lassen. Dieser Beitrag diskutiert den Reformvorschlag und analysiert die Implikationen für die Entwicklung der Zuckermärkte in den EU-Mitgliedstaaten sowie mögliche Auswirkungen auf die Produktion und das Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland. Die gegensätzlichen Projektionen internationaler Institute und die Analyse der EU-Kommission zeigen, dass auf dem europäischen Zuckermarkt eine hohe Preisunsicherheit im Projektionszeitraum erwartet wird. Um dieser Unsicherheit Rechnung zu tragen, wurden in dem vorliegenden Beitrag zwei Szenarien für das Simulationsjahr 2020/21 entwickelt, die mit den Angebotsmodellen des vTI-Modellverbunds ausgewertet wurden. Wobei angenommen wird, dass kein bedeutender Substitutionsprozess zu Lasten des Zuckers durch Isoglukose in der EU entsteht. Es wird davon ausgegangen, dass nach Abschaffung des Quotensystems die EU unbegrenzt Zucker exportieren kann. Dies könnte bei einem hohen Weltmarktpreisniveau für Zucker attraktiv sein. Bei niedrigen Weltmarktpreisen ist davon auszugehen, dass der EU-Außenschutz den Binnenmarkt abschirmt. Es liegt damit eine Konstellation vor, in der eine Quotenabschaffung eine Produktion in Deutschland nicht in Frage stellen wird – aber durchaus zu weiterem Strukturwandel mit einer Konzentration an den wettbewerbsfähigsten Standorten führen wird.

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